13. September 2020 – Gränna – Jönköping

Wohnmobiltour durch Schweden

6. Villa Björkhagen Jönköping

8. Streckenverlauf

First Camp Glyttinge Camping Linköping – Villa Björkhagen Jönköping

121 km

13. September 2020

Heute war die Tour zum Camping in Jönköping auch nicht so weit. Ich habe mir als Limit gesetzt maximal 2 bis 3 Stunden am Tag von Camping zu Camping zu fahren. Denn von den einzelnen Orten mochte ich einfach was sehen, ich bin nicht nach Schweden gekommen um eine Menge an Streckenkilometern zu meistern, dass ist völlig unwichtig. Für mich ist immer noch der Weg das Ziel. Und so habe ich mir auch als Zwischenstation am Vättern den Ort Gränna herausgesucht. Ich fuhr in Gränna ein und parkte gleich vorn im Städtchen auf einem Parkplatz, wo auch gleich eine Polkagriskökeri mit in dem Laden dabei war, denn ich vorhatte als nächstes zu betreten. Polkagrisar (schwedisch für Polkaschweinchen) sind Süßigkeiten in Form von Zuckerstangen mit Pfefferminzgeschmack,  die als Spezialität der schwedischen Lebensmittelherstellung gelten. Jeder kennt sie aber keiner weiß wo sie herkommen. Natürlich habe auch ich mich davon verführen lassen und kaufte einiges von den vielen verschiedenen Sorten. Jordgubbe muss immer mit dabei sein. Auch zum verschenken ist was dabei. Solche Sachen, wie mit dem verschenken, sowas plane ich nicht, die fallen mir spontan ein. Dann denke ich an die zu beschenkende Person und freu mich, wenn ich ihr später damit eine Freude bereiten kann. 

Während ich dies gerade schreibe, warte ich vor der TT-Line Fähre „Robin Hood“. Aber es ist gerade einmal 22:48 Uhr und das Checkin ist 90 Minuten vor der Abfahrt zu. Also bin ich superpünktlich. Ich stand schon über 2 Stunden auf einem Parkplatz in Trelleborg und hab die Tasche für die Fähre gepackt. Früh wollte ich mich doch mit einer Dusche frischmachen. Die Fähre legt also erst 0:45 Uhr ab und ich habe mir wieder eine Schlafkabine genommen. 

Jedenfalls in Gränna angekommen setze ich meinen Fußmarsch los in Richtung Centrum. Diese süße kleine Stadt versetzt einen regelrecht in eine andere Zeit. Wie man es aus Filmen kennt, so niedlich und verträumt. Total romantisch aber auch ein wenig kitschig. Ich fand es toll, sich so verzaubern zu lassen. Ich lief bei echt böigen Wind zum Hafen, denn dort lief eine Fähre nach Visingsjö über. Dies ist eine Insel im Vättern und sicherlich auch nochmal einen Besuch wert. 

Ich bekam Hunger, die Seeluft und das Wandern ließen mir den Magen knurren. Ich suchte mir den Hamnkrogen aus, denn am Hafen waren keine Restaurangs mehr geöffnet, die Saison war nun mal vorbei, und aß einen Burgare med fritade pommes. War echt lecker, nur das Brötchen war ziemlich trocken. Egal, alles andere war lecker und heiß. Ich war auch durchgefroren. Denn manchmal brauchte ich einfach so eine kräftige Brise, die einem um die Nase weht und auffrischt. Wenn einem dann kalt wird und man sich dann in eine warme gemütliche Stube oder ein Restaurang setzen kann, ist es das doch allemal wert….ein wohliges Gefühl. Die Kälte die mich durchzog bekämpfte ich auf dem Rückweg vom Hafen in einer kleinen gemütlich Bageri an der Straße. Ein heißer Kaffee und ein Stück von der grünen Torte schmeckten hervorragend. Ich überlegte mir einen Beutel mit Zimtschnecken mit zunehmen, welche nur den halv Prise kosteten. Aber da war ein Kunde schneller. Ich vertrödelte so die Zeit und zwang mich zur Langsamkeit. Ich fuhr zum nächsten Campingplatz in Jönköping. Und wieder war ich innerlich dankbar gestimmt, so viele schöne Erinnerungen für die Ewigkeit gesammelt zu haben. In Bildern, Videos und in Gedanken festgehalten.  

So bisschen am Stadtrand von Jönköping lag die Villa Björkhagen, mein nächster Campingplatz. Die nette Dame an der Reception sprach deutsch. Ich konnte mir auch hier wieder einen guten Stellplatz selbst aussuchen, wo ich gerade stand und es nicht weit zum Servicehus hatte. 

Frühen Abend gegen 17 Uhr angekommen, fing es an zu nieseln und ich dachte mir, es ist noch zu zeitig um schon im Camper zu sitzen. Also konnte ich auch gut gleich noch einkaufen fahren, denn ich brauchte so oder so schon aufgebrauchte Kleinigkeiten. Milch, Margarine und Orangensaft waren schon alle. Ich schaute auf Map´s nach, welcher Markt der am nächsten gelegene war. Der Coop Markt war nur 3 km und ich fuhr los. Ja, witzig war, dass davor kein Parkplatz war oder zumindest nicht ersichtlich. Denn der Markt lag in einem Center. Eigene Selberschuld. Also schaute ich nochmal auf Map´s und guckte auch ob ich dort gut parken konnte. 

Es war zwar nur ein kleiner Parkplatz, aber ich stellte mich längs an die Seite und stand erst mal. Wie ich dann rauskam, darüber konnte ich mir später Gedanken machen. Es wurde dann zwar eine ganz schöne Kurbelei, aber die Menschen welche wegen mir warten mussten, waren geduldig, da ich den Weg und die Einfahrt versperrte. Zurück zum Campingplatz verfuhr ich mich irgendwie bei den vielen Kreisverkehren, bog dann mehrmals falsch ab und fuhr wieder Richtung Stockholm. Das war im ersten Moment falsch aber ich nutzte das Auffordern vom Navi, bei nächster Gelegenheit zu wenden, gleich zum tanken. Wäre demnächst eh nötig gewesen. Irgendwie kennt das ja jeder, das der Sprit weniger verbraucht wird, sobald er über halb bzw. voll anzeigt  an der Anzeige. Ist natürlich Quatsch aber so beschummelt man sich halt selbst. Zurück war ich dann auch erst nach über einer Stunde. Soviel dazu, dass ich nur kurz mal einkaufen wollte. Dafür das es bisschen schief ging und nerviges Nieselwetter war belohnte ich mich eingemummelt auf dem Bett mit einer Tafel Marabou Oreo. Aber nur ein paar Stückchen. Ehrlich. 😉 

 

Gränna und Polkagrisar