16. September 2020 – Käseberga – Ystad – Trelleborg

Wohnmobiltour durch Schweden

Käseberga - Ystad - Trelleborg

11. Streckenverlauf

Bromölla Camping & Vandrarhem – Käseberga Ale Stenar – Ystad – Trelleborg TT-Line

180 km

16. September 2020 – 17. September 2020

Ganz in Ruhe fuhr ich in Bromölla gegen Mittag los, nachdem ich noch den Toitank geleert hatte und das Geschirr abwusch. Das Grauwasser und den Wassertank wollte ich dann zu Hause ablassen. Ich fuhr zielgerichtet nach Käseberga und wollte dort die Aussichtsstätte Ales Stenar anschauen. Eine historische Sehenswürdigkeit mit einer ovalen Steinformation. 

 

Ales Stenar in Kåseberga, Ystad – Das schwedische Stonehenge

Im Sommer und bei schönem Wetter gibt es eine richtige Völkerwanderung zu diesem herrlichen Platz an Skånes Südküste. Die 59 Steine von Ales Stenar liegen hoch auf einem Hügel und direkt an der Küste, so dass man einen weiten Blick über das Meer hat.

Grabanlage oder Sonnenkalender?

Die beeindruckende Anlage misst ca. 70×20 Meter. Manchmal spricht man vom “schwedischen Stonehenge”.

Die Steine sind in der Form eines Schiffs angeordnet. Entstehungsdatum soll um 600 nach Christus sein. Interpretiert wird die Anlage als Grabanlage oder sogar als Sonnenkalender (umstritten).

Am Ortseingang von Kåseberga gibt es einen großen Parkplatz, auch für Wohnmobile. Von dort muss man bis zu Ales Stenar laufen, was rund 15 Minuten dauert.

Hafen von Kåseberga

Unterhalb von Ales Stenar findet man im Hafen von Kåseberga Restaurants, Cafés, Souvenirverkauf und Toiletten. U. a. wird in den Restaurants und Imbiss-Stuben gebratener Ostsee-Hering (Strömming) angeboten.

Kåseberga gehört zur Gemeinde Ystad in Skåne. Kåseberga liegt 18 km östlich von Ystad und rund 30 km südwestlich von Simrishamn.

Genau vor drei Jahren aber im Sommer war mit Mutti dort und ich dachte so bei mir, ja diesmal, diesmal fahr ich mit einem Wohnmobil auf den Parkplatz. Cool. Und die Erinnerungen kamen schnell beim Anblick des Hafens und der Bucht als ich die Straße hinablief, wieder. Auch an die Buden konnte ich mich wieder erinnern, mit der schönen Keramik, den Souvenirs und vielem schönen Schnickschnack. Davon ließ ich mich aber diesmal nicht verführen, denn ich wollte ja noch zu Ales Stenar hoch und hatte nicht wirklich Lust, den Rucksack unnötig zu beschweren. Zwei Kühlschrankmagneten für Mutti und für zu Hause mussten es aber doch sein. Es war schön diesen Platz wieder zu sehen, es war mir so vertraut, nur das Mutti nicht dabei war, schade eigentlich. Die Eigenheiten, die hier im Cafe & Bistro  so waren, zum Beispiel das man erst im Cafe bestellen musste, was man dann draußen essen wollte und einen Zettel mit einer Nummer bekam. Draußen wurde dann meine Nummer aufgerufen, die 57 und ich genoss Fish & Chips, die genauso lecker waren wie vor 3 Jahren. 

Fish & Chips

Ein Eis als Nachtisch verkniff ich mir vernünftigerweise, denn ich stieg ja noch einen etwas steilen Hang zu der Steinformation hinauf. Außerdem nahm ich mir die süße Leckerei für Ystad vor. Denn ich hatte wirklich viel Zeit bis zur Abfahrt der Fähre in Trelleborg um 0:45 Uhr. Und Trelleborg ist von Ystad wirklich nicht weit entfernt. 

In Ystad stellte ich mich an den Hafen, bezahlte ein Ticket über den Automaten der Ystad Kommun und besuchte erst mal Yussi, Kurt Wallanders Labrador, der an der alten Polisstation auf Gäste wartete. Weiter ging´s durch die Stadt und ich setzte mich ins Espresso Haus und hatte einen schönen Platz direkt am Markt und konnte meine warme Kanelbulle, ein letztes Stück Caramelkaka und einen Latte-Macciato genießen und dem Treiben vieler Leute  zuschauen. Neben mir war ein Tisch, ringsum besetzt mit strickenden Frauen, die ein Pläuschen hielten. Es war so schön, diesem schwedischem Singsang in der Sprache zu lauschen. Wenn ich auch nicht alles verstand, so doch vieles und war wichtig für mich, wie einzelne Wörter wie: und, oder, auch, ja, nein, also Wörter, die man ständig gebraucht, ausspricht. 

Fast schon im dunkeln fuhr ich Richtung Trelleborg und bewunderte einmal mehr Schonen´s Landschaften. In Trelleborg angekommen ging ich nochmal in den ICA um verschiedene, typisch schwedische Sachen einzukaufen. Da war auch dieser besondere Kakao O´Boy. Davon habe ich drei große Packungen gekauft, auch wieder was zum verschenken. Und dann natürlich Marabou, in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die es bei uns nicht gibt. Salt Caramel gibt es als Marabou nämlich nicht im Kaufland, obwohl die mittlerweile schon Marabou im Sortiment haben. Ich ruhte mich noch ein letztes Mal auf dem kuscheligen Bett mit den vielen flauschigen Kissen, die ich von Anfang an dabei hatte, im Wohnmobil aus. So vergingen noch mal so 2 Stunden. Ich las die genauen Zeiten vom Checkin und fuhr also pünktlich zum Terminal E auf dem Hafengelände. Etliche Lkw´s, Wohnmobile und Pkw´s waren schon vor mir. Und ich wusste ja, dass es hieß zu warten. Aber das es dann 3 Stunden wurden, im Auto sitzen und warten, war schon anstrengend. Es war die „Robin Hood“ von TT-Line, auf die es diesmal hoch ging. Eine Verspätung hatte ich bei meinen ganzen Fährfahrten bisher noch nie gehabt. Ich wurde dann doch schon echt müde, es ging auf die Abfahrtszeit 0:45 Uhr zu und nichts tat sich. Jedenfalls verzögerte sich die ganze Sache um 1 Stunde. Endlich nach 2 Uhr nachts oder in der früh, je nachdem wie man es sieht, lag ich im Bett der Kabine 7023. Diesmal fotografierte ich die Nummer des Decks und welche Seite, Portside I, ich hochkam. Ich dachte ja, dass durch die Verspätung sich die Ankunft auch verschieben würde, aber da habe ich falsch gedacht. Sie kam pünktlich um 7 Uhr im Rostocker Hafen an. Den Wecker hatte ich auf 6:30 Uhr gestellt, dass wäre ja definitiv zu spät gewesen. Aber verschlafen kann man auf so einer Fähre absolut nicht, es sei denn man ist tot. 🙂 Der Gong ließ mich derart hochschrecken, dass ich davon hellwach war. Alles andere wie duschen und anziehen machte ich schon automatisch. Ging um 6:30 Uhr noch zum Frühstück obwohl schon ausgerufen wurde, man solle sich auf die Fahrzeugdecks begeben. Verdammte Axt, ich werd doch noch meinen Kaffee austrinken. Ich stand doch eh als Letzte in der Reihe mit dem Wohnmobil und ich wusste, dass das Anlegen und runterfahren von der Fähre immer noch mindestens 15 bis 20 Minuten dauern können. Die letzte Brötchenhälfte packte ich mir dann doch für unterwegs ein. Abgefahren in Rostock bin ich um 7 Uhr und schaffte es bis ca. halb 9 Uhr durch zufahren bis mich die fehlenden Schlafstunden der Nacht einholten. Es waren ja letztlich nur 4 Stunden Schlaf. Ich parkte an der Autobahn und schlief dann noch mal für fast 2 Stunden. Das war auch gut so. Langsam kam der Stress der deutschen Straßen in den Tag hinein, davon ließ ich mich aber nicht beeindrucken, zu sehr hing ich noch in Schweden mit dem Gefühl. Dieses trug mich den ganzen Tag, diese Euphorie…Zu Hause angekommen nach zig Umleitungen durch Baustellen (das gibt es in Schweden nicht, vielleicht mal eine Baustelle hatte ich auf einer Straße) in Berlin und die Cottbuser Süd Abfahrt war auch voll gesperrt, musste ich gleich Brix und Asta begrüßen. 

Lange, lange Zeit werde ich jetzt wieder in Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen in Schweden sein. Ich hoffe, nein ich weiß es, diese Gelassenheit hält bis zum nächsten Schwedentrip an….ich werde jedenfalls alles dafür tun.

 

5. September 2020 bis 17. September 2020