Woche 3

🧡 Woche 3

Samstag, 29. Mai 2021 – Naturcamping Lagom – GrĂ€smark

Nach einer berg- und talfahrtĂ€hnlichen Anreise im Naturcamping in GrĂ€smark angekommen, begrĂŒĂŸten mich Mariska und Harold herzlich. Ich konnte mir zwischen den BĂ€umen einen schönen Platz aussuchen und stand neben einem kleinen AnhĂ€nger eines dĂ€nischen Schamanen etwas kreuz und quer, sodass ich nicht extra die Keile benutzen musste. Das war so gegen 16 Uhr. Halb 5 startete ich mit Harold und seinem Sohn, eine Kanutour einen Fluss entlang zum See Rotthen und dann zum See Udden an dem der Campingplatz lag. Ich lag mal wieder falsch in der Annahme das die Beiden mich begleiteten, denn beim Aufladen des Kanu auf dem AutoanhĂ€nger schwante mir schon, dass ich etwa allein das bewĂ€ltigen musste? Ja, ich wollte. So war es auch. Ich ploppte ins Kanu und da saß ich nun fest drin und die beiden schoben mich ins Wasser. Harold sagte dann wo ich lang musste, immer links, dann 2 mal durch einen Steg, es waren BrĂŒcken, hindurch und eine Schleuse bewĂ€ltigen und dann war ich auf dem See Udden. Von einer geplanten 2,5 Stunden Tour wurden 4 Stunden, von denen ich dann echt platt war. Platt vielleicht von den Anstrengungen aber auch platt von diesem einmaligen Erlebnis. Aber es war eine wunderschöne Erfahrung die ich machen konnte. Noch nie in einem Kanu gefahren und gepaddelt. Diese Ruhe und diese Landschaft, es war so unbeschreiblich schön Dann kam ich auf dem See Rotthen raus und ich war mir da nicht mehr sicher ob ich richtig war, denn es schaukelte durch die leichten Wellen und der See war groß im Vergleich zu dem verschlungenen Wasserweg vorher. Ich paddelte an ein Ufer, erstmal aussteigen. Leichter gedacht, schwierig war es, wenn man so unsportlich ist wie ich. Ich musste schließlich ĂŒber 100 kg mit meinen Armen aus dem Kanu stemmen. Okay, nicht ins Wasser gefallen, ist doch auch schon mal was. Jetzt musste ich erst ĂŒber Maps gucken ob ich richtig bin. Ja war ich, dann nur noch rĂŒber zum anderen See Udden und das warÂŽs. Haha. Jetzt kam der schwierige Teil. Wieder ins Kanu rein und um die nĂ€chste Biegung gepaddelt. Schön links halten, wie Harold sagte. Dann kam eine Sandbank. Na toll, ich mit meinem Körpergewicht das Kanu hin- und hergeschaukelt und dann war ich wieder auf dem See. Dann kam die Schleuse und ich musste das Kanu irgendwie rum tragen. Oh man. Dann war ich auf dem See Udden angekommen und paddelte genau gegen die Sonne. Ich sah Null. Nach halb 9 Uhr abends konnte ich endlich aussteigen. Und nun merkte ich erst die Anstrengung. Aber ich dachte der Muskelkater kommt erst morgen. Einschlafen , bei diesen vielen EindrĂŒcken, konnte ich erst mal nicht. Erst gegen halb 2 in der Nacht fand ich zur Ruhe. Ganz entspannt ging ich den nĂ€chsten Tag an und fuhr Richtung Strömstad. Mit gelockerter Nackenmuskulatur und tatsĂ€chlich ohne Muskelkater. Toll. 

Sonntag, 30. Mai und Montag, 31. Mai 2021 – First Camp Strömstad

Dort angekommen ging es auf dem Platz ganz nach oben. Das war ja irre. Über Strömstad hinweg hatte ich eine Sicht, die echt beeindruckend war. Ich kletterte weiter auf den Felsen nach oben und musste die SchĂ€renwelt, ein Teil von meiner Sicht aus, in so vielen Bildern festhalten. Abends gegen Sonnenuntergang, also vielleicht halb 12 ging ich noch einmal hoch. Einfach nur schön. 

Montag, 31. Mai und Dienstag, 1. Juni 2021 – First Camp Kungshamn

Bevor ich nach Kungshamn fuhr, wollte ich vorher nach FjĂ€llbacka. Sonst habe ich immer mit dem Finger auf der nordischen Landkarte darauf gezeigt, nun kann ich es wirklich wahr machen. Ich habe schon einige von den Buchverfilmungen von Camilla LĂ€ckberg gesehen. Und die Handlungen spielen in FjĂ€llbacka, hier gibt es auch einige Drehorte. Schon in den Filmen war die Kulisse dieser Kleinstadt so wunderschön und romantisch anmutend. Und ich bin auch durch einige Straßen gestreift, die ich in den Filmen nach meinem GefĂŒhl schon mal sah. Es war so  beeindruckend, dass wirklich alle HĂ€user weiß waren. Einige wenige stachen in anderer Farbe hervor, aber Weiß war hier ĂŒberwiegend die Fassadenfarbe. Dann sah ich eine BĂŒste von Ingrid Bergmann. Sie hat Zeit ihres Lebens die Urlaube auf Dannholmen vor FjĂ€llbacka verbracht. Drei Tafeln erklĂ€rten dies ausfĂŒhrlich in Bildern und mit einem QR-Code konnte man sich das auch auf deutsch anschauen. In der Turistinfo erklĂ€rte mir eine echt nette Frau, ich denk mal in meinem Alter,  was ich hier so machen kann. Wir unterhielten uns auch kurz ĂŒber unsere Edelsteine, Sie hatte eine Kette mit einem Stein, den sie in Chile gefunden hat, um. Ich entschied mich den Kungsklyfftanweg hochzusteigen. Höhenangst oder „Höhlen“-Angst darf man hier echt nicht haben, dann wĂ€re es kein VergnĂŒgen. Die Treppen waren nicht so schlimm fĂŒr mich  aber dann kam da so eine Spalte die man ĂŒber etliche Steine erreichte. Am anderen Ende waren ja diese eingeklemmten 4 großen Felsen, die wollte ich unbedingt sehen. Aber irgendwie bekam ich kurz einen kalten Schauer ĂŒber den RĂŒcken, dann wurde mir wieder heiß, eine aufkommende Panik. Das wollte ich nicht zulassen. Hier sind andere auch schon lang gegangen. Ich hĂ€tte auch umdrehen können aber das war keine Option. Also lief ich los, auf jeden Schritt aufpassend und nach unten schauend, ich konnte es nicht gebrauchen, mir jetzt den Knöchel oder Fuß zu verstauchen oder Ärgeres. Also ganz nach dem Motto, jeder noch so schwierige Weg beginnt mit dem ersten Schritt. An den Felsen angekommen bin ich unten darunter durchgelaufen. Puh,  war das ĂŒberwĂ€ltigend. Etliche Fotos zeugen von der fast spĂŒrbaren Energie und irgendwie dĂŒsteren Stimmung, so wie ich diesen Moment empfand. Ich bin noch weiter hoch gestiegen und die Aussicht ĂŒber FjĂ€llbacka war so atemberaubend. Auch hier war die SchĂ€renwelt weithin bis zum Horizont sichtbar. Oben angekommen sah ich auf die Markierungen, denen ich folgte. Es war der Kuststigen Rundweg und der Gipfel des Vetteberget mit dieser abwechslungsreichen Natur und zum wandern mit seinem blau markierten KĂŒstenpfad. Ein unglaublich schöner Blick ĂŒbers Meer. Irgendwann unten im Ort wieder angekommen hatte ich echt Hunger. Ich kehrte in den „Kroken“ ein und aß Kycklingfile mit Pommes und Sauce Bernaisse. 

In Kungshamn eine Stunde spĂ€ter angekommen, dachte ich ja ich werde mal schön ausruhen, wollte ich auch. Tat ich dann auch, da war es wieder, sich zur Ruhe zwingen und das GefĂŒhl beiseite packen, etwas zu verpassen. Ich war schon voll foma – heißt „fear of missing out“- die Angst was zu verpassen. Erst mal einen Kaffee gekocht und von den gekauften 2 StĂŒck Morotskakamuffins, einen Muffin dazu genossen. Dann meinen Schatz zu Hause ĂŒber Google Duo antelefoniert. Irgendwie hatte ich am Tag ĂŒber schon Kopfschmerzen, deshalb beschloss ich noch mal schnell zu schauen was da hinter den StrĂ€uchern fĂŒr ein Weg verlief, bevor ich zur Ruhe kommen wollte. Dieser Weg fĂŒhrte ins Naturreservat und ich staunte ĂŒber diese Weite so oberhalb vom Campingplatz. Nur graue und braune Granitfelsen, wo zuerst hin. Ich war ĂŒberwĂ€ltigt. Überall hatte man eine tolle Sicht. Sicht auf Kungshamn und auf der anderen Seite auf Smögen. Das nahm ich mir ja fĂŒr morgen vor, die Smögen Bryggan mit den bunten FischerhĂŒtten im Fels. Das schnell mal hinter den Strauch schauen nahm ĂŒber 2 Stunden in Anspruch, es war auch hier noch lange hell. Ich ging dann zur Bank an der Rezeption, denn dort war der WLAN Empfang optimal und verschickte die Bilder und Videos, die ich so aufgeregt vorher machte. Jedes einzelne Bild war mir wichtig, auch wenn sie sich oft Ă€hnelten. Ich sehe die Unterschiede, weil es Emotionen sind, die in den Bildern stecken. Umso schwieriger ist es dann, die Schönsten heraus zu suchen und seinen Freunden zu zeigen. Jeder, der genauso fotoverrĂŒckt ist und immer rastlos nach dem perfekten Bild sucht, weiß wovon ich spreche oder schreibe. Das Einschlafen gelang mir dann auch erst wieder nach halb 2 in der Nacht. Aber so soll es eben sein. Ich war ein weiteres mal so  zufrieden und glĂŒcklich. 

Dienstag, 1. Juni bis Donnerstag, 3. Juni 2021 – Camping Liseberg Askim Göteborg

Heute hatte ich mir viel vorgenommen. Zuerst einmal das Outlet fĂŒr alles Mögliche in Smögen besuchen. Da vertat ich mich dann schon mit der Zeit, indem ich an diesem blöden Parkautomaten verzweifelte. Der wieder keine meiner Karten haben wollte. Dann stand da: Du bist Turist, dann geh auf easypark.se. Alles gemacht, mich registriert, alle Daten hinterlegt und trotzdem ging es nicht. Ach, der konnte mich mal. Ich ging meinen Frust darĂŒber im Outlet vergessen. Auch hier trödelte ich rum. Warum eigentlich nicht, ich hatte ja keine Eile. Dann fuhr ich zu einem anderen Parkplatz im Ort und lud mir die App „Easy Parken – einfach“ herunter. Das klappte ja wunderbar, man startet die App wie mit einer Stoppuhr und wenn man den Parkvorgang beenden möchte, stoppt man einfach. So habe ich die angefragte Parkdauer auf 15 Uhr gestellt. Das wĂ€ren dann ĂŒber 2 Stunden. Letztendlich bin ich dann erst halb 4 weggefahren. Berauscht wieder einmal von einer so himmlischen Welt in Smögen. Und das Gute war, dass ich zu dieser Zeit da war, also vom Datum her, in einigen Wochen ist soviel Trubel und dann die kreischenden Barns.😉 Die Bilder sprechen einfach fĂŒr sich, da kann ich mich am besten mit ausdrĂŒcken. 

Bis zum nĂ€chsten Platz waren es knapp 2 Stunden. Unterwegs viel mir ein, dass der Ort Lysekil ja auch auf meinem Plan stand. Ach herrjeh, das hatte ich ja fast vergessen. Aber ich sagte mir, alles kann ich nun auch nicht sehen. Es lies mir jedoch keine Ruhe. Ich konnte nicht anders. Wenn ich schon mal hier oben an der WestkĂŒste bin, ich wĂŒrde mich so sehr Ă€rgern, wenn ich es nicht getan hĂ€tte. Also fuhr ich den Umweg und nach Lysekil. Ich hatte tatsĂ€chlich einen freien Parkplatz also ohne Avgift/GebĂŒhr erwischt. Ich frug lieber nochmal nach. Dann schaute ich nach dem Hafen wo die Scandinavian Star am 7. April 1990 angelegt wurde. Genau einen Tag nachdem ich meinen Sohn Philip geboren hatte. Sie wurde in den Hafen geschleppt, nachdem sich eine dramatische Katastrophe in einem Teil der Nordsee, im Skagerrak, abspielte. Die Scandinavian Star, ein Kreuzfahrtschiff, war auf der Fahrt von DĂ€nemark nach Oslo als sich die schlimmste Tragödie in der Seefahrtgeschichte Skandinaviens zutrug. Aber sie war zu diesem Zeitpunkt, als das verheerende Feuer ausbrach und ihm 159 Menschen zum Opfer fielen, in schwedischen GewĂ€ssern. Deshalb wurde sie auch nach Lysekil in den Hafen geschleppt.

Ich habe die Dokumentation darĂŒber im TV NOW gesehen und war so entsetzt und unfassbar traurig. Ich wollte einfach dieses Leid auch durch mein MitgefĂŒhl etwas mildern und Anteilnahme bekunden, indem ich einige Minuten an diesem Hafen verbrachte. Dann las ich noch einmal im Internet in den schwedischen Zeitungen nach, wo denn der Hafen genau war. Anscheinend gab es ja hier einen Södra Hamn und einen Norr Hamn. Ich kaufte mir an einem Imbiss Chickennuggets mit Pommes. Hatte ja irgendwie Hunger. In Smögen habe ich ja „nur“ Eis gegessen. Na jedenfalls fragte ich den VerkĂ€ufer ob er mir weiterhelfen kann mit dem Norr Hamn. Ich las in dem Artikel der Lysekil Post, dass ein Denkmal  – en MinnesmĂ€rke – aufgestellt wurde, dies geschah aber vor der Öffentlichkeit geheim, um Schaulustige fernzuhalten. Die Gedenkmarke sollte schon im vorigen Jahr, am 7. April 2020 aufgestellt werden. Da jĂ€hrte sich die Katastrophe zum 30. mal. Und Glenn… „Glicko“, der Initiator, der Spenden sammelte, um dies zu ermöglichen musste durch die Geschehnisse der Pandemie diesen Termin nun leider auf den 13. Mai diesen Jahres verschieben. Unter Anteilnahme weniger Menschen wurde die Skulptur, die die Form eines Schiffsrumpfes hat, eingeweiht. Aus blauen Glas steht sie nun an den Fiskhallen in Lysekil. Das erfuhr ich aber von niemand anderen als Hans Erik „Hasse“ Ekbrand. 

Aber zuerst noch die Geschichte mit Ali. Ali war 12, so schĂ€tzte ich ihn ein. Wahrscheinlich arabischer Abstammung, jedenfalls erst seit 4 Jahren in Lysekil. Er versuchte mit mir das Denkmal zu finden. Aber  er verstand nicht was ich meinte, wie konnte er auch, war er doch viel zu jung dafĂŒr und nicht von hier. Er dachte ein Denkmal, etwas großes, das es die Kirche sein musste. Ich lief ihm mit meiner Pappschachtel mit Nuggets hinterher, steile Treppen hoch bis zur Kirche. Jede TĂŒr dort war zu. Dann sagte ich ihm, nein, das ist nicht die Kirche, die ich suche. Oh man, ich aß erstmal die Nuggets auf den Kircheneingangsstufen bei gefĂŒhlter WindstĂ€rke 10. Dann sind wir wieder herunter zum Markt, wo mein Womo stand. Dort fragten wir einen Mann, der gerade aus seinem Auto stieg. Er könne sich eventuell erinnern das da etwas war. Aber er war nicht sicher und sagte ich könnte vielleicht im Turistbyra nachfragen. Okay. Aber die hatte leider  schon zu. Ich fand mich nun doch mit dem Gedanken ab, dass ich die Stelle mit dem Gedenkstein nicht finden werde. Ich schlenderte zur Mitte des Ortes mit einem großen Platz, dort war ein Buchhandel. Ich wollte ja sowieso nach einer Landkarte schauen mit allen 21 Regionsbezirken, die historisch sind. Diese nennen sich LĂ€n. Dann bemerkte ich einen alten Herrn, der sich mit einer Kundin und der VerkĂ€uferin unterhielt. Etwas belustigte sie und ich schaute herĂŒber. Dann ging der Mann hinter den Verkaufstresen und nun wusste ich, das er hier dazu gehörte. Er hatte auch so einen kleinen sĂŒĂŸen knuffigen Hund dabei, sie hieß Bamba. Das sollte ich aber erst spĂ€ter erfahren. Mir kam kurzerhand die Idee, das er es ja wissen mĂŒsste, die Katastrophe mit der Scandinavian Star von 1990. Ich gab mir einen Ruck und fragte nach. Ich zeigte ihm den Artikel aus der Zeitung. Und da geschah etwas fĂŒr mich Aussergewöhnliches. Er war sofort bereit, mir Auskunft zu geben. Er fragte ob ich eine Angehörige sei. Ich erklĂ€rte ihm weshalb ich hier war und das es mich so tief berĂŒhrte. Und er sagte zu mir: komma, komma. Ich folgte ihm in sein BĂŒro. Er hatte dort eine kleine Couch und legte ein Kissen beiseite und sagte, ich könne mich hinsetzen. Dann fing er an zu suchen. Und er erzĂ€hlte von dieser Tragödie. Es war sehr dramatisk. Und wie er so suchte, sah ich mich im BĂŒro um und bemerkte, dass ja hier sein ganzes Leben drin steckte. An den WĂ€nden hingen Fotos aus alten Zeiten und viele Erinnerungen mit etlichen Stars. Er erzĂ€hlte mir von seiner Frau und das sie nicht laufen könnte und zu Hause im Rollstuhl sitze. Ich sprach ihn auf die Fotos an den WĂ€nden an und meinte, das er wohl eine BerĂŒhmtheit in Lysekil ist. Etwas verlegen, trotz seines hohen Alters, er wird dieses Jahr 80, schmunzelte er und sagte: thatÂŽs true. Dann suchte er einen riesigen Ordner raus wo viele Zeitungsberichte aus dem Jahr 1990 von der Tragödie gesammelt waren. Es war irre, ich verstand nicht alles aber manchmal bedarf es keiner Worte, vieles versteht man auch so. Er ist Hans Erik „Hasse“ Ekbrand aus Lysekil und wahrscheinlich die prĂ€genste Figur in dieser Stadt. Er singt im Chor und er suchte mir die Jahreszeitung heraus von AllesĂ€ng – einem Chormagazin von 2019. Dort war diese MinnesmĂ€rke abgebildet im Zusammenhang mit der Scandinavian Star. Sie wurde erschaffen um ein Denkmal zu setzen an die Hinterbliebenen, fĂŒr die vielen Opfer dieses so furchtbaren Ereignisses. Der Initiator der alles ins Rollen brachte und Spenden dafĂŒr und fĂŒr die weitere Pflege dieser Skulptur sammelte war Glenn – Glicko – Andersson. Er war der Webmaster der Chorzeitung.  Nun kam Hasse auf die Idee, in seinem entfachten Eifer mir zu helfen, Glicko anzurufen und ihm von mir zu erzĂ€hlen. Das war ja verrĂŒckt. Sie redeten eine Weile und Hasse sagte mir aber, er könne es zeitlich nicht schaffen, herzukommen und mir darĂŒber was zu erzĂ€hlen. 

In der Nacht des 7. Aprils 1990 bricht an Bord der Ostsee-FĂ€hre „Scandinavian Star“ ein Feuer aus, das 159 Menschen das Leben kostet. Den Überlebenden, RettungskrĂ€ften, Ermittlern und Angehörigen haben sich die Ereignisse dieser Schicksalsnacht ins GedĂ€chtnis eingebrannt – denn obwohl heute erwiesen ist, dass es sich damals um Brandstiftung handelte, bleiben die UmstĂ€nde auch 30 Jahre nach dem UnglĂŒck ungeklĂ€rt. Dieser Mord in 159 FĂ€llen zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten ungelösten KriminalfĂ€llen der skandinavischen Geschichte. Doch was genau hat sich in dieser tragischen Nacht ereignet – und wieso wurde der Tathergang nie aufgeklĂ€rt? Die packende sechsteilige Doku-Serie „Scandinavian Star“ erzĂ€hlt die eindringliche Geschichte dieser Katastrophe.

Die 1971 vom Stapel gelassene FĂ€hre „Scandinavian Star“ wird in den USA bis 1990 fĂŒr gĂŒnstige TagesauflĂŒge in die Karibik genutzt. Wenig spĂ€ter soll das baufĂ€llige Schiff, nach einem oberflĂ€chlichen Farbanstrich, im Auftrag der dĂ€nischen Reederei „DA-NO Linjen“ Passagiere zwischen DĂ€nemark und Norwegen befördern. Einige Crewmitglieder sind geschockt, als sie das Schiff erstmalig betreten, das ĂŒber keine vorschriftsmĂ€ĂŸige Sprinkleranlage verfĂŒgt und sich in einem insgesamt miserablen Zustand befindet. Doch der Eigner des Schiffes und seine Reederei stehen unter einem hohen finanziellen und terminlichen Druck – diese Ostsee-FĂ€hre muss in Betrieb gehen.

Die Passagiere, die am 6. April 1990 an Bord gehen, ahnen von den vielen SicherheitsmĂ€ngeln jedoch nichts. Als in der darauffolgenden Nacht auf einem der Schiffsflure ein Feuer entflammt, bricht Chaos aus: Beißender Rauch fĂŒllt das Schiff, Familienmitglieder werden voneinander getrennt, Menschen werden vom Inferno unter Deck im Schlaf ĂŒberrascht oder fliehen panisch und halbnackt zu den Rettungsbooten. Als skandinavische Schiffe und Hubschrauber dem abgesetzten Notruf folgen und mit der Rettung beginnen, behauptet der KapitĂ€n der „Scandinavian Star“ voreilig, dass alle Passagiere und seine Crew bereits evakuiert seien. Die Lage ist unĂŒbersichtlich, die Nachrichtenmeldungen ĂŒberschlagen sich. Die Angehörigen an Land harren danach in schrecklicher Ungewissheit aus – doch schon am nĂ€chsten Morgen wird den RettungskrĂ€ften das ganze Ausmaß dieser Brandkatastrophe bewusst, die 159 Menschen das Leben gekostet hat.

DĂ€nische, schwedische und norwegische Behörden nehmen alsbald gemeinsame Ermittlungen auf. Nach einem Indizienprozess wird der dĂ€nische Lkw-Fahrer Erik Andersen im Jahr 1991 der Öffentlichkeit als TĂ€ter prĂ€sentiert – doch nicht nur fĂŒr viele Angehörige, sondern auch fĂŒr erfahrene SachverstĂ€ndige wirft dieser komplexe Kriminalfall auch danach immer noch zu viele Fragen auf. Der Tathergang kann nicht befriedigend rekonstruiert werden. Der Reeder, Eigner und KapitĂ€n der „Scandinavian Star“ schieben sich die Schuld zu, ein Finanznetz der verantwortlichen Reederei fĂŒhrt investigative Journalisten in die USA und VorwĂŒrfe eines Versicherungsbetrugs werden immer lauter – fĂŒr die Überlebenden, Hinterbliebenen und unabhĂ€ngigen Experten beginnt ein jahrzehntelanges und mĂŒhsames Ringen um die Wahrheit. Auf Druck von Angehörigen und Privatermittler rollt die norwegische Polizei knapp 25 Jahre nach dem Brand an Bord der „Scandinavian Star“ den Fall wieder auf und ein unter Verdacht stehender Schiffsingenieur beschließt, nach fast drei Jahrzehnten sein Schweigen erstmalig zu brechen.

Die sechsteilige dĂ€nische True-Crime-Doku-Serie „Scandinavian Star“ portrĂ€tiert die eindringliche Geschichte sowie die komplexen HintergrĂŒnde der Brandkatastrophe, die sich auf der gleichnamigen Ostsee-FĂ€hre 1990 ereignet hat. Seltene Archivaufnahmen, Fotos und intime Interviews mit Überlebenden, Ermittlern und ehemaligen Crewmitgliedern beleuchten das tragische SchiffsunglĂŒck und den bis heute unaufgeklĂ€rten Kriminalfall facettenreich in einer Doku-Serie, die vom langen Ringen um die AufklĂ€rung eines Verbrechens erzĂ€hlt.

Dann fing Hasse an mir ganz viele andere Sachen zu zeigen, die Stars die er schon organisierte und die in Lysekil auftraten. Es waren schwedische Gruppen, die ich nicht kannte, dann aber eine SĂ€ngerin, deren Name mir bekannt war. Anita Hegerland. Sie war wohl auch schon mehrmals dort, sodass die beiden eine tiefe Freundschaft mittlerweile verband. Hasse erzĂ€hlte mir, wie sie manchmal anruft und fragt ob sie mal wieder vorbeikommen könnte. Das war alles so toll und fast unecht anmutend. Es war schon weit nach 18 Uhr, das GeschĂ€ft hatte schon geschlossen und die VerkĂ€uferin sich verabschiedet. Hasse zeigte mir noch die Landkarten die ich haben wollte und ich entschied mich fĂŒr die genau Richtige, wo alle Regionen und LĂ€n zu erkennen sind. Und ich sah im Laden auf einem Regal eine Wackelkopffigur stehen, die mich sofort an Wolfgang erinnerte, in seiner Art wie ein englisch Teacher, ich nahm sie mit. Hasse fragte was ich dafĂŒr geben möchte, denn eigentlich wandert sie im GeschĂ€ft immer von einem Platz zum nĂ€chsten und war nicht zum Verkauf. Er fand es lustig, dass ich sie haben wollte. Auf Reisen, muss ich immer wieder feststellen bin ich definitiv viel risikofreudiger und traue mir mehr zu. Auf Einheimische zu zugehen zum Beispiel. Das ist schon schön. Die Reaktionen des GegenĂŒbers zeigen mir dann, bis jetzt war es jedenfalls immer so, Herzlichkeit und auch Freude darĂŒber das ich versuche ihre Sprache zu sprechen. Und es sind auch immer Lebensgeschichten hinter so vielen Dingen die ich erfahre. Ich war wieder so hin und weg und wurde von einem HochgefĂŒhl getragen. Nun endlich konnte ich zum Liseberg Askim Campingplatz in Göteborg  fahren. Den nĂ€chsten Tag schlief ich echt bis halb 11. Ich glaubte es kaum. Und hing einfach ab. Sogar Mittag legte ich mich wieder hin und döste bis Nachmittag herum. Liseberg Askim war ein echt großer Campingplatz. Ich beobachtete einfach nur das Treiben der Leute. Aber ich schrieb Glicko noch ĂŒber Instagram an, und bedankte mich trotzdem, dass er mit Hasse ĂŒber meinen Wunsch gesprochen hatte. Er entschuldigte sich, dass er an dem Tag keine Zeit hatte vorbei zukommen im Buchladen von Hasse. Und wĂŒnschte mir viel GlĂŒck und Gesundheit. 

Donnerstag, 3. Juni bis Samstag, 5. Juni 2021 – First Camp Ahus Kristianstad

Unterwegs nach Ahus habe ich mir die Route so eingeplant, dass ich in Falkenberg bei engelssons halte. Ein GeschĂ€ft mit gĂŒnstiger Outdoor-, Sport- und Freizeitkleidung und allem was dazugehört. Das haben  mir Marita und Klaus aus der Berliner Schnitzelstuga empfohlen. Und tatsĂ€chlich gab es hier absolute SchnĂ€ppchen. FĂŒr mich waren leichte Wanderschuhe dabei und fĂŒr Wolfgang etliche atmungsaktive Shirts und Shorts. Toll, das freute mich wirklich, weil auch endlich mal die GrĂ¶ĂŸen passten und was fĂŒr „richtige“ MĂ€nner dabei war. 😉 Weiter ging es, noch nach Halmstad ins Hallarna. Das kenn ich ja nun schon recht gut aber immer wieder macht es Spaß dort zu shoppen. Sehr entspannt fuhr ich weiter zum First Camp Ahus Kristianstad. Unterwegs hatte ich den Gedanken gefasst, in Kristianstad anzuhalten. Aber da es von Ystad nur eine Stunde bis Kristianstad ist, kann ich das ganz in Ruhe mal in eine meiner nĂ€chsten Reisen einplanen. In Ahus angekommen, sah ich mich umgeben mitten im Wald von Dauercampern. Die Nachbarn zur einen Seite waren Ă€ltere Herrschaften und beobachten gemĂŒtlich in ihren LiegestĂŒhlen mein Treiben. Das PĂ€rchen gleich neben mir machten erst mal ihre TĂŒr vom Wohnwagen zu als ich begann auf die Keile aufzufahren, aber das ist nicht ungewöhnlich fĂŒr Schweden, erstmal ZurĂŒckhaltung zeigen. Ein anderes Mal grĂŒĂŸten sie sehr nett. 

Am nĂ€chsten Tag fuhr ich mal wieder mit dem Fahrrad und nach Ahus herein. Ich wollte doch noch die Bestellliste der mitzubringenden Sachen abarbeiten. Ich fuhr in dieser kleinen gemĂŒtlichen Stadt umher, sah die Fabrik von der Absolut Company, die hier ihren Firmensitz hat und wo der Ursprung von Absolut Wodka ist. Im ReisefĂŒhrer interessierte mich noch eine Burgruine, diese  sah ich mir an. Und am Bootsanlegersteg in einem geöffneten Eiscafe holte ich mir ein Eis mit 3 Kugeln und Erdbeertopping. En Kulor Glass ist nicht nur einfach 1 Kugel Eis, nein, hier wird der runde Eislöffel doppelt voll gefĂŒllt. Also wĂŒrde eigentlich immer nur 1 Kugel ausreichen. Aber ich liebe Eis und am Tage war es echt warm. Bisschen spĂ€ter setzte ich mich in eine Pizzeria draußen hin und aß nochmal zu Mittag. NĂ€chsten frĂŒh wollte ich zeitig los. Ich besorgte alle Sachen wie 3 große Packungen Punschrollen und noch ein paar Tafeln Marabou Apelsin-Krokant fĂŒr Manu. Und radelte wieder zum Platz zurĂŒck. 

Samstag, 5. Juni 2021 – RĂŒckreise

Ich fuhr um 8 Uhr los und wollte noch in Fridolfs Konditori am Tyristbyra in Ystad frĂŒhstĂŒcken. Ich stand kurz nach 9 auf dem Langtidparkplatz und ging zum Marktplatz aber leider war die Konditori entweder ganz geschlossen oder sie wurde renoviert. Schade, ich suchte eine andere Bakeri. Nun nahm ich aber was fĂŒr unterwegs mit und fuhr dann zum FĂ€hrhafen.

Nachdem die FĂ€hre um 14.40 Uhr in Sassnitz anlegte und ich um 20 Uhr mit 4.130 km auf dem Tacho nach 3 Wochen zu Hause ins Carport fuhr, hatte die Welt daheim mich wieder. Aber war ich schon bereit fĂŒr daheim? 

Nach der Reise ist vor der Reise…. nun muss ich aber erst einmal wieder den Platz dazwischen finden…âœŒâ€đŸ˜˜

Vorschau August - Gotland