2. April bis 4. April – Trollhättan – Lidköping

von Jägersbo Camping nach Stenrösets Camping bei Trollhättan

2. April 2021

Freitag angekommen war ich zuerst nicht so begeistert von dem Ort hier. Wieso weiß ich auch nicht direkt, aber ich denke es war so ein Downgefühl, weil ich zuerst noch einen Abstecher nach Ullared ins Gekas machte, dem wohl größten Kaufhaus der Welt. Dort standen die Leute mit ihren großen Einkaufswagen und dem nötigen Abstand brav in der Schlange, die schon mal geschätzt 200 Meter lang war. Das wollte ich mir irgendwie nicht antun, noch nicht. Das entspannte Gemüt hatte ich im Moment noch nicht so wie die Schweden. In einer Ruhe und Gelassenheit nahmen sie die Wartezeit hin um rein zu kommen. Ich ging dann ebens ins ScoBo, ein Schuhoutlet. Ein Erfolgserlebnis musste ja sein. 

Kurz vor 18 Uhr war ich dann auf meinem Stellplatz auf Stenrösets Camping. Alles eingerichtet und mit meinem Schatz zu Hause videotelefoniert. 

3. April 2021

Heute sieht meine Urlaubsstimmung schon besser aus. Mir muss immer erst bewusst werden, was mein Plan ist, es ist aber auch der Weg das Ziel. Ich hatte mir heute Lidköping ausgesucht und für die Rückfahrt die Trollhättan Fälle. Die Stadt Lidköping am Vänernsee liegt in der Bucht Kinneviken. Ich hielt auf einen Parkplatz mittig in der Stadt wo ich mit 3,5 Tonnen reinfahren durfte. 

Das Rathaus auf dem großen Platz sieht eigenwillig aus und lässt rätseln. Auf den 1. Blick wirkt es wie ein Gotteshaus. Ein falunroter und hölzerner Bau. Es war einst ein Jagdschloß und wurde 1960 nach einem großem Brand wieder aufgebaut. Auf der Rücktour unternahm ich einen Abstecher zu den Wasserfällen in Trollhättan. Ich parkte am Kopparklinten Platz. Hier musste ich keine Parkscheibe einlegen, denn die hatte ich tatsächlich nicht dabei. Zuerst wollte ich mich auf einem unteren Platz stellen und fragte dort einen Securitymann, der gerade vor Ort war, ob ich hier stehen könnte. Er sagte, ja 3 Stunden mit Parkscheibe. Also för 3 Time. Da fiel mir das mit der Parkscheibe auf, naja so ist es eben. Ich wollte keinen Strafzettel riskieren, wie die anderen Autos, die hier schon standen. 

In erster Linie zählen zu den Sehenswürdigkeiten in Trollhättan die Wasserfälle. Sie sind 32 Meter hoch und das Wasser des Vänernsees fließt hier in den Fluss Götaalv ab. Schon seit Beginn des vorigen Jahrhunderts werden sie zur Stromgewinnung genutzt. Da das Wasser des Vänernsees jetzt kontinuierlich durch stromerzeugende Turbinen abfließt, sind die Wasserfälle regelrecht trocken „gefallen“. Nur an 3 Tagen im Jahr rauschen die Wassermassen über die sonst trockene Stelle. 

Jedenfalls begann ich die Wanderung oben auf den Klippen und umrundete das Kraftwerk um die Fälle einmal und lief über die historische Brücke zurück zum Wohnmobil. Zahlreiche Fotos zeugen von diesem imposanten Bauwerk. Meine 1. Berufswahl, Maschinist für Wärme- und Kraftwerksanlagen, lies mich interessiert die Daten aufnehmen und ich muss noch erwähnen, durch meine Ausbildung im Kraftwerk Schwarze Pumpe aber auch durch arbeiten auf der Tagebaubrücke F60 in Welzow hatte ich keine Höhenangst. Das kam mir hier zu Gute.